Was bedeutet eigentlich Tragwerksplanung?

Wenn ein Gebäude gebaut werden soll oder der Umbau eines vorhandenen Hauses ansteht, kommt man um den Statiker nicht herum.

Der Start einer Planung liegt bei Neu-, Um- oder Ausbau im Regelfall bei dem beauftragten Architekten. Er findet zusammen mit dem Bauherrn, der auch sein Auftraggeber ist, eine Lösung für den Bauwunsch und erstellt daraufhin Zeichnungen. Aus diesen Plänen geht dann all das hervor, was in Beratungsgesprächen zwischen Bauherren und Architekten besprochen und festgelegt wurde. Die Planung des Vorhabens ist hiermit abgeschlossen.  

Aber wie geht es jetzt weiter? Kann jetzt ein Bauunternehmer einfach anfangen und die auf den Zeichnungen dargestellten Bauwünsche handwerklich umsetzen? Die Antwort hierauf ist einfach: Nein, kann und darf er auch nicht.  

Mal davon abgesehen, dass zuständige Bauaufsichtsbehörden gegebenenfalls noch ihre Zustimmung schriftlich erteilen müssen, muss noch sichergestellt werden, dass der Plan, den der Architekt nach Vorgaben des Bauherrn erarbeitet hat, auch „sicher" ist.  

„Sicher" gedeutet in diesem Zusammenhang, dass bei der späteren Nutzung keine Gefahren von dem neuen oder umgebauten Gebäude ausgehen. Das Schlimmste, was passieren kann, ist der Einsturz eines Hauses. Dies ist ein Szenario, das es unbedingt zu verhindern gilt.  

An dieser Stelle steht der Architekt seinem Bauherrn beratend zur Seite. Der Bauherr muss einen Statiker damit beauftragen, dass dieser nachweist, dass die Sicherheit des geplanten Bauprojektes gewährleistet ist.

Der Begriff „Statiker" ist eigentlich nicht ganz richtig, wird aber üblicherweise als Berufsbezeichnung verwendet. Die „Statik" ist ein Bereich der Physik und ist die „Lehre vom Gleichgewicht". Das bedeutet, dass nichts am betrachteten Objekt (in diesem Fall das geplante Bauvorhaben) „in Bewegung" sein darf.

Die korrekte Bezeichnung für den Statiker ist Tragwerksplaner. Er plant also Tragwerke (Tragwerksplanungen). Das Tragwerk wiederum hat nichts mit Flugzeugen oder dergleichen zu tun, es handelt sich bei Tragwerken immer um Gebäude oder Gebäudeteile, die etwas tragen. Eine Wand trägt z. B. eine Decke, ein Fundament trägt eine Wand und letztlich trägt das Erdreich ein Fundament.

So nimmt sich der Tragwerksplaner (also der „Statiker") die Zeichnungen des Architekten und plant das Tragwerk. Diese Tätigkeiten des „Statikers" nennen sich Tragwerksplanungen. Hierbei wird nicht die Zeichnung des Architekten verändert, sondern die gewählten Baustoffe werden hinsichtlich der Belastbarkeit und der Bauteilabmessungen (Längen, Breiten und Dicken) rechnerisch geprüft und gegebenenfalls auch angepasst.  

Angefangen am höchsten Punkt des Bauvorhabens, bei einem normalen Haus im Regelfall das Dach, arbeitet sich der Tragwerksplaner, wie beispielsweise von der Jürgen Hellmann Tragwerksplanung GmbH, nach unten bis zum Fundament durch. Hierbei werden alle Bauteile in ihrer Güte und Größe in der sogenannten „statischen Berechnung" vom Statiker betrachtet. Wenn sich im Laufe der Tragwerksplanung erforderliche Veränderungen in den Zeichnungen des Architekten ergeben, dann spricht sich der Tragwerksplaner („Statiker") mit dem Architekten ab und schlägt eine tragfähige, sichere Alternative vor.

Es geht bei Tragwerksplanungen also nicht um die Veränderung oder Überarbeitung der Planung des Architekten, sondern einzig und allein darum, ein Bauvorhaben sicher, tragfähig und standfest zu machen bzw. die Sicherheit, Tragfähigkeit und Standfestigkeit für die geplante Nutzung zu gewährleisten.


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